| Zusammenfassung |
Die Diskussion über eine europäische Wirtschaftsintegration begann in den 50er Jahren. Allerdings wurden damals noch keine konkreten Vorhaben für eine gemeinsame europäische Währungspolitik gefasst. Erst im Jahr 1969 trafen die europäischen Staats- und Regierungschefs die Entscheidung, stufenweise eine Wirtschafts- und Währungsunion in Europa zu errichten. Auch die Schaffung eines Europäischen Zentralbanksystems war in diesem Zusammenhang vorgesehen. Es sollten aber noch viele von heftigen Diskussionen der Mitgliedstaaten um den richtigen Weg in der Währungspolitik geprägte Jahre vergehen, bis schliesslich 1986 in der Einheitlichen Europäischen Akte die Umsetzung des Binnenmarktprogramms beschlossen und in weiterer Folge 1992 der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde, dessen wichtigstes Ziel die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen war. Die letzte, dritte, Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion wurde am 1. Januar 1999 mit der Einführung des Euro als gemeinsame europäische Währung umgesetzt. Zum gleichen Zeitpunkt übertrugen erstmals in der Geschichte der europäischen Integration die nationalen Zentralbanken die geld- und währungspolitische Entscheidungskompetenz auf das System der Europäischen Zentralbanken und die bereits 1998 gegründete Europäische Zentralbank. Die EZB als operativer Pfeiler des ESZB, das auch die nationalen Zentralbanken umfasst, übernimmt seither alle klassischen Zentralbankfunktionen. Das vorrangige Ziel der EZB bei der Durchführung der europäischen Geld- und Währungspolitik ist die Sicherung der Preisstabilität. Andere Aufgaben zur Unterstützung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten dürfen nur insofern wahrgenommen werden, als sie die Sicherung der Preisstabilität nicht gefährden. Die Europäische Zentralbank verfügt über zahlreiche geldpolitische Instrumente, die sie im Rahmen einer „Zwei-Säulen-Strategie“ einsetzt, welche sowohl wi... |